Analytische Psychotherapie

„Die Psychoanalyse, das ist eine Chance, eine Chance neu anzufangen.”

Jacques Lacan

Die analytische Psychotherapie zielt auf eine tiefgreifende seelische Umstrukturierung ab und kann angezeigt sein, wenn Leiden und Probleme in mehreren Lebensbereichen auftreten, schon lange bestehen oder in ähnlicher Form immer wiederkehren. Der psychoanalytische Prozess ist sowohl zeitlich ausgedehnt wie auch dicht: zwei bis drei Therapiestunden in der Woche sind die Regel, manchmal sind sogar vier Sitzungen pro Woche sinnvoll und notwendig.

 

Die gesamte Anzahl der Sitzungen variiert je nach Indikation zwischen 80 und 240, im Einzelfall sogar bis zu 300 Stunden. Im Verlaufe der analytischen Psychotherapie üben Sie sich in Selbstreflexion, lernen Ihre Bewältigungsmuster kennen und bekommen im Kontakt mit der Analytikerin ein Gespür dafür, in welcher Weise frühe Beziehungserfahrungen Ihr heutiges Verhalten und Erleben prägen. Dadurch, dass alte Muster des Fühlens und Handelns im geschützten Rahmen der therapeutischen Beziehung wiedererlebt werden, können diese allmählich verstanden und bearbeitet werden. Das Bewusstwerden der eigenen Prägungen ermöglicht es dann, sich schrittweise von diesen zu lösen und konstruktivere, reifere Umgangsformen mit sich und anderen zu entwickeln.

 

Die von Sigmund Freud begründete Psychoanalyse bezieht ihre Wirksamkeit aus der verändernden Kraft des Sprechens und Hörens. Anders als in einem Alltagsgespräch hören der Analysant und der Analytiker nicht nur auf das Offensichtliche, sondern gehen dem Überraschenden, Widersprüchlichen und Doppelbödigen nach. Sie lauschen gemeinsam auf Sinn und Unsinn des Gesprochenen und des Unausgesprochenen. Um in einen fühlenden Kontakt zum Unbewussten zu kommen, sind Träume und Fehlleistungen (die berühmten „Freudschen Versprecher“) eine große Hilfe. Das Erzählen und das gemeinsame Deuten von Träumen lässt oft Staunen und öffnet Türen zu sich selbst.

 

Wichtiger Teil des Zuhörens ist die Aufmerksamkeit für den Körper in seinen Gesten und Ausdrucksformen – er spricht die ganze Zeit mit und möchte ebenfalls gehört und verstanden werden.

Im Verlauf einer Psychoanalyse kommen so Worte und Sätze zum Vorschein, die das Leben und das Leiden dessen bestimmen, der die analytische Reise unternimmt.

 

Mit der Zeit können sie modifiziert oder auch fallengelassen werden.

 

Außerdem werden Struktur und Inhalt der Phantasien durchgearbeitet und „durchquert“, wobei sich ihre krankmachende Macht auflösen kann.

 

Nicht zuletzt wird dem Analysanten deutlich, wie er bisher mit seiner Lust und seiner Unlust umgegangen ist, seinem Körper, seinem Begehren und in welcher Weise er liebt. Dadurch entsteht die (Wahl-) möglichkeit, andere Formen des Genießens zu finden und die destruktiven Formen zu mildern oder zu transformieren.

 

„Analyse“ heißt nicht nur „Zergliederung“, sondern auch „Auflösung“: So können sich mit der Zeit die Symptome, die ursprünglich in die Behandlung geführt haben, auflösen.

 

Seit Freud hat es viele PsychoanalytikerInnen gegeben, die seine bahnbrechenden Entdeckungen theoretisch und behandlungstechnisch weitergeführt haben.

 

Für meine Arbeit sind die Schriften von Sandor Ferenczi, Donald Winnicott, der frühe Wilhelm Reich, Chasseguet-Smirgel, Michael Balint, Danielle und Jean-Michel Quinodoz und die Bücher der Traumatherapeutin Michaela Huber besonders prägend Live erfahrbar und mindestens ebenso wichtig waren und sind für mich u.a. Anja Luchner, Tilmann Moser, Harald Homberger, Ellen Spangenberg und die Kolleginnen und Kollegen am IPPMV und in meiner Intervisionsgruppe.

 

Sowohl in eine tiefenpsychologische wie auch in eine psychoanalytische Behandlung lassen sich traumaspezifische Behandlungstechniken „einweben“, wenn dies indiziert erscheint. Ich arbeite gern mit imaginativen Techniken (Reddemann, Katathymes Bilderleben), EMDR und TRIMB.